Linux und das Notebook…
So ungefähr alle anderthalb Jahre überkommt es mich und ich will mir mal ansehen, auf welchem Stand eigentlich Linux so für den Desktop-Bereich ist. Diesmal habe ich den Schwierigkeitsgrad leicht erhöht: Mein altes Notebook sollte es diesmal sein – und um es vorwegzunehmen: Alle Vorurteile gegenüber Linux haben sich leider bestätigt.
Das Notebook ist ein HP OmniBook XE3 mit Celeron-Prozessor (ich glaube, 1200 MHz), 256 MB RAM, einer 20 GB Festplatte. Dazu habe ich eine PC-Card für WLAN von MSI. Also alles nicht besonders exotisch, WinXP lief vorher eigentlich problemlos. Die Aufgabenstellung: WLAN (mit WPA), Bilder anzeigen, DVDs angucken, Windows-Netzwerk (Samba).
Die erste Wahl fiel auf OpenSuSE 10.3, eigentlich nur, weil SuSE mein erstes Linux war (irgendeine Version mit ner 8 an erster Stelle) und in Deutschland wohl immer noch die populärste Distro ist. Die Live-CD mit GNOME wollte nicht starten (mal war der X-Server schon gestartet, mal gab es das Display nicht). Die Installations-CD für Netzwerk-Installation hat dann funktioniert, alles prima, nur die Soundkarte gibt keinen Ton von sich. Der Onboard-Chip nennt sich “ESS Allegro”, ist von SuSE auch erkannt worden, aber der Treiber (oder was auch immer) konnte nicht gestartet werden bzw. ist bei Testtönen abgestürzt.
Die zweite Wahl war Fedora, und ich hab’ aus Neugierde gleich die Fedora 8 RC3 genommen, was vielleicht für das alte Notebook ein Tick zu viel war, jedenfalls hat er sich nach dem Login (Live CD) einen Wolf (Werwolf?) geladen und nichts ist passiert. Hab’s mir mittlerweile auch auf einem modernen Rechner angesehen und fand’s sehr hübsch, soweit man das von der Live CD beurteilen kann.
Nach dem Rückschlag habe ich dann überlegt, mal Xubuntu zu nehmen, mit Xfce, das auch auf schwächeren Rechnern eine gute Figur machen soll. Und die hat es von der Live-CD gemacht: WLAN war da, Sound auch. Nur installieren ließ es sich nicht: Bei 15% (“Ermittle Dateisysteme”) gab es einen reproduzierbaren Totalausfall. Ich habe darauf die Partitionstabelle einmal manuell komplett gelöscht – damit ging die Installation bis 85% – und wieder Totalabsturz.
Danach mal Mandriva ausprobiert. Das ließ sich prima installieren, nur WLAN wollte partout nicht funktionieren. Das Netz hat er gefunden, aber die WPA-Verschlüsselung hat er nicht einmal als Einstellung angenommen. Immerhin: Eine DVD habe ich unter Mandriva schonmal geschaut und das hat funktioniert.
Letztlich erschien mir Xubuntu am nächsten dran zu sein an der Funktionsfähigkeit. Xfce hat mich aber nicht so ganz überzeugt, sodass ich dann Ubuntu in der Text-Installations-Variante gezogen habe. Und siehe da: Die Installation hat funktioniert (allerdings nur mit Kabelnetzwerk während der Installation, WLAN geht in dem Stadium nicht). Sound und WLAN funktionieren, dem Mediaplayer (Totem) muss ich mal noch einige Codecs beibringen.
Fazit: Nichts für schwache Nerven und nichts für ungeübte Benutzer – immer noch nicht. Die Notebook-Unterstützung ist zwar schon ziemlich gut (Energiemanagement hat überall auf Anhieb funktioniert), aber WLAN mit WPA ist nunmal ein “must”, erst recht bei einem gängigen WLAN-Chipsatz, dessen Hersteller (Ratech) Open Source Treiber zur Verfügung stellt. Den Glaubenskrieg zwischen GNOME und KDE habe ich für mich auch diesmal nicht entscheiden können. Xfce ist für (noch) ältere Hardware sicher eine nette Alternative.
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